Wodurch unterscheiden sich Slowcooker, Crock-Pot & Schongarer?

0   5   0  
Wodurch unterscheiden sich Slowcooker, Crock-Pot & Schongarer?

Ein Schongarer, auch als „Slow-cooker“ (Englisch „Langsamgarer“) oder Crockpot bezeichnet, ist ein elektrischer Kochtopf zur langsamen Erhitzung von Lebensmitteln unter dem Siedepunkt. Die Garzeit dauert zwischen drei und zwölf Stunden, je nach Menge und Wahl der Temperatur.

:: Schongarer sind Energiesparer

Aufgrund der niedrigen Temperatur wird das Anbrennen der Zutaten vermieden. Weiterhin wird im Vergleich zu Backöfen größerer Abmessungen weniger Energie verbraucht. Beispielsweise benötigt ein durchschnittlicher Schongarer 0,7 kWh für die Erhitzung eines Auflaufs, während ein elektrischer Backofen hierfür 2 kWh benötigen würde.

:: Der Aufbau eines Schongarers

Meist bestehen Slowcooker aus 3 Teilen: Einem beheizbarer Sockel mit einem Einsatz und Topfdeckel, die bei kleinem Stromverbrauch im Niedrigtemperaturbereich garen. Schongarer gibt es in verschiedenen Inhaltsgrößen, von 1,5 l bis zu 20 l. Das Prinzip ist einfach und simpel: Garen bei kleiner Hitze über viele Stunden.

Geräte mit automatischen Kochprogrammen oder Displayanzeige sind i.d.R. teurer, also Extras, die sich im Preis niederschlagen. Zum langsamen Schmoren ist ein einfacher Slowcooker mit 3 Stufen völlig ausreichend.

 :: Crockys heizen auch von der Seite

Manche Geräte heizen dabei von unten, wie ein herkömmlicher Kochtopf, andere (z.B. Crocky-Pots) haben auch seitliche Heizelemente, damit das Gargut schneller auf Temperatur gebracht wird.

 

:: Verschiedene Garstufen

Prinzipiell bauen Slowcooker eine gewisse Temperatur in den zu garenden Speisen auf und halten diese Temperatur über einen langen Zeitraum konstant. Die meisten Geräte haben 3-4 Garstufen:

-Stufe „LOW“: Auf Stufe low halten die meisten Geräte die Temperatur bei 75 Grad. Eine „Simmertemperatur“ wird dabei nicht erreicht, wohl aber eine „bakterienfeindliche“ Temperatur. Bei einigen Herstellern beträgt der Stromverbrauch auf dieser Stufe etwa 75 Watt, das entspricht etwa dem Verbrauch einer Glühbirne.

-Stufe „High“: Auf dieser Stufe erreicht das Gargut Temperaturen von 85-90 Grad. Das Gargut kann leicht simmern, aber es darf keinesfalls „brodeln“. Der Stromverbrauch auf dieser Stufe beträgt bei einigen Herstellern etwa 100 Watt.

-Stufe „Medium“: Das Gargut gart irgendwo zwischen Stufe „low“ und „high“. Diese Stufe wählt man, je nachdem ob man die Garzeit lt. Rezept verkürzen oder verlängern möchte.

-Stufe „Automatic“: Dahinter befindet sich ein (meist) einstündiges Ankochen auf Stufe „high“. Wichtig bei Speisen, die schnell erhitzt werden sollen, wie Beispielsweise Geflügel. Danach schaltet das Gerät automatisch wieder auf Stufe „low“. Aber Achtung: Manche Hersteller verstehen darunter auch eine Warmhaltefunktion.

 

:: Welche Größe sollte der Topf haben?

Slowcooker arbeiten am besten, wenn sie zu 4/5 gefüllt sind, mindestens zur Hälfte. In der Regel kann nichts überkochen, da die Temperaturen unter 100 Grad bleiben. Jedenfalls sollte nicht zu wenig Flüssigkeit verwendet werden, damit während der sehr langen Garzeit nichts anbäckt oder austrocknet. Es wird aber auch nicht mehr Flüssigkeit als bisher benötigt, weil durch die niedrigen Temperaturen fast nichts verkocht. Im Gegenteil, der Wassergehalt aus Gemüse und Fleisch tritt teilweise aus und die Flüssigkeitsmenge nimmt beim Garen zu.

Für 1-2 Personen sind Slowcooker mit 1,5 bis 3,5 Liter Inhalt meist ausreichend. Für 3-4 Personen sind Slowcooker mit 3,5 l Inhalt besser geeignet, oder auch für Singles, die gerne für 3 Tage im Voraus kochen. Ab einer Größe von 5,5 l können noch größere Portionen gegart werden, z.B. zur Vorratshaltung oder für eine Party.

 

:: Schongarer garen langsam

Je nach ausgewählter Garstufe und Menge dauert die Zubereitung im Schongarer von 3 bis zu 12 Stunden. Die Speisen werden dabei quasi im „schneckentempo“ gegart. Das gart besonders verträglich, geschmackvoll, zart und vitaminschonend.

 

:: Welche Unterschiede gibt es noch zu beachten?

Vor der Anschaffung sind die Außenmaße des gewünschten Slowcookers zu beachten, damit das Gerät einen sicheren Standort erhält, an dem es ungestört und sicher garen kann. Neben dem Anschaffungspreis zählen auch die angebotenen Gar-Programme. Nicht jeder benötigt ein Reis-Koch-Programm.

Praktisch sind aber Geräte mit einer eingebauten Zeitschaltuhr. Dadurch kann man den Beginn der Garzeit verschieben, bzw. das Ende der Garzeit festlegen. Praktisch, falls wenn man den Topf über mehrere Stunden nicht im Auge hat. Dafür ist es umso wichtiger, dass man ein Gerät verwendet, das auch wirklich zuverlässig arbeitet, und nicht bei 100 Grad kocht -wenn 90 Grad erwünscht sind.  So haben manche Slowcooker eine Anbratfunktion, einige garen die Speisen aber viel zu heiß. Es gibt Slowcooker mit verschiedenen Einsätzen, z.B. aus Aluminium oder aus emailierter Keramik. Wobei Aluminium im Kochgeschirr langfristig  zu gesundheitlichen Problemen führen kann, besonders wenn darin säurehaltige Produkte gegart werden.

 

:: Ein Gerät für viele Anwendungen

Inzwischen gibt es viele elektrische Geräte, in denen man auch mit Niedrigtemperatur garen kann, wie z.B. in herkömmlichen Einkochautomaten (z.B. von WECK, Severin oder Rommelsbacher) oder auch in vielen Sous-Vide-Geräten. Empfehlenswert wenn es um Platzprobleme bei der Aufbewahrung geht.

 

:: Nachteile von Schongarern

-ungeeignet für Kurzgebratenes/  die lange Garzeit trocknet mageres Fleisch zusätzlich aus

-ungeeignet zum Anbraten/ bzw. meist keine Bratfunktion (z.B. Roastbeef)

-wird „Rösche“ gewünscht, muss zuvor in einer separaten Pfanne angebraten werden

-kann kein komplettes Menue auf einmal kochen (z.B. Fleisch, Nudeln und Gemüse)

- eignet sich nicht für Fisch, Teigwaren und Milchprodukte, da diese ausflocken können. Diese Zutaten werden erst gegen Ende der Garzeit hinzugefügt.

 

:: Die Vorteile von Schongarern

-durchwachsenes Fleisch wird saftig und butterzart (z.B. pulled pork, Gulasch  oder Irish Stew)

-kochen ohne Umrühren (z.B. Sarma)

-kochen ohne Anbrennen (z.B. Sauce Bolognese)

-relativ gelingsicher

-ideal für Suppen, Eintöpfe, Chilies und Schmorgerichte

-auch für Nachspeisen/ Cremespeisen im Wasserbad geeignet

-geringer Stromverbrauch

-geringe Anschaffungskosten

-die Speisen werden vitaminschonend gegart

-mehr Zeit für andere Dinge

-einfache Reinigung

-millionenfach erprobt